Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Olfen

Apfelschädlinge

Auch auf unserer Obstwiese möchten viele "Mitesser" an unserer Ernte teilhaben. Ein besonderes Problem ist der Apfelwickler. Wir diskutieren noch über die richtige Methode, diesem Schädling den Garaus zu machen. Hier haben wir ein paar Tipps aus verschiedenen Quellen zusammengestellt:

 

"Obstmade oder Apfelwickler

Schadbild

Äpfel weisen Bohrlöcher auf, die mit hervorquellenden braunen Kotkrümeln behaftet sind. Das Fruchtinnere ist von Fraßgängen durchzogen, die bis in das Kernhaus reichen.

In ihnen lebt die blassfleischfarbene "Obstmade". Sie kann bis zu 20 mm lang werden. Es handelt sich dabei um die Larve des Apfelwicklers, eines unscheinbaren Kleinschmetterlings.

Die erste Generation des Apfelwicklers (Cydia pomonella) schlüpft je nach Witterung zwischen Ende Mai und Ende Juni aus ihren Überwinterungsverstecken. Die Eiablage erfolgt ein bis zwei Wochen nach dem Flugbeginn an Blättern und auch an Früchten.

Die aus den Eiern schlüpfenden Larven (Räupchen) bohren sich alsbald in die Frucht ein.

Nach drei bis fünf Wochen ist die Raupenentwicklung abgeschlossen. Die Tiere verlassen den Apfel und suchen sich zur Verpuppung ein Versteck unter Borkenschuppen, in Stammritzen und ähnlichen Verstecken.

Aus den Puppen schlüpfen noch im Sommer (Ende Juli bis Anfang September) Falter, die die zweite Generation des Apfelwicklers bilden. Die Larven dieser Generation schädigen dann die schon reifen Früchte, die sie später verlassen, um sich einen Überwinterungsplatz in den schon genannten Verstecken zu suchen.

Bekämpfung

Die Bekämpfung des Apfelwicklers ist schwierig, zumal in vielen Gärten der Befallsdruck recht hoch ist.

Als Möglichkeit zur Befallsminderung bietet sich das Anlegen von Wellpappegürteln ab Ende Juni an. Die unterhalb der Krone am Stamm angelegten, etwa 10 cm breiten Wellpapperinge werden von den Larven der ersten (Juni/Juli) und zweiten (August/September) Generation des Apfelwicklers gern als Unterschlupf zur Verpuppung und Überwinterung aufgesucht. Sie sind jeweils Ende Juli und nach der Ernte zu entfernen und mit den eingesponnenen Larven zu vernichten.

Leider werden mit dieser Methode nur wenige Apfelwickler gefangen, so dass sie nur geringen Erfolg verspricht.

Die Wellpapperinge sind nicht mit den Leimringen zu verwechseln, die ausschließlich zur Frostspannerbekämpfung eingesetzt werden.

Die in Fachgeschäften angebotenen Obstmadenfallen dienen nur zur Beobachtung des Schädlingsauftretens. Eine Bekämpfung des Apfelwicklers ist mit diesen Lockstofffallen nicht möglich. Auch dann nicht, wenn sich in der Lockstofffalle ein Insektizid befindet, dass die angelockten Apfelwicklermännchen abtötet.

Aussehen und Lebensweise der Apfelwickler

Der Apfelwickler selbst ist ein Nachtfalter aus der Familie der Wickler. Er ist grau-braun mit gräulichen Streifen, 1 cm lang und hat am Ende der Flügel einen kupferfarbenen Punkt. Die Flügelspannweite beträgt etwa 2 cm. Nicht dieser Schmetterling ist der Übeltäter, sondern seine weißlich-gelben Larven, die ausgewachsen bis zu 2 cm lang werden. In der Zeit von Mai bis Juni fliegt der Schmetterling vorzugsweise in der Dämmerung aus, vor allem bei milder Witterung mit Temperaturen um die 20°Celsius. Die weiblichen Apfelwickler legen bis zu 60 Eier einzeln auf den jungen Früchten oder Blättern ab, aus denen nach 7 bis 15 Tagen die Larven schlüpfen. Die Temperatur spielt bei diesem Vorgang eine wichtige Rolle, denn unter 15° Celsius stoppen die Falter die Eiablage, weil sich die Eier nicht entwickeln würden. In den 3 bis 4 Wochen, bis die Larven ausgewachsen sind, fressen sie sich durch die Obstschale, das Fruchtfleisch und machen auch vor den Kernen keinen Halt. Der Befall am Obst ist an den kleinen Bohrlöchern in der Schale zu erkennen. Abhängig von den Witterungsbedingungen, bilden sich ein bis zwei Generationen der Apfelwickler pro Jahr. Sie überwintern in verpuppter Form, geschützt durch Kokons, in den Rinden der Obstbäume.

Vorbeugen

Während des Winters und des zeitigen Frühjahrs von Januar bis April werden die gefährdeten Obstbäume regelmäßig auf Larven der Apfelwickler untersucht. Schon ein kräftiges Schütteln lässt eine Vielzahl der verpuppten Schädlinge auf den Boden fallen, wo sie restlos aufgesammelt werden. Idealerweise wird vorher eine Folie unter dem Baum ausgebreitet, damit auch wirklich kein Schädling davonkommt. Da die Borken älterer Obstbäume bevorzugt als Winterquartier aufgesucht werden, werden diese gründlich abgebürstet, ohne der Rinde Schaden zuzufügen. Ein spezieller Rindenschaber kann ebenfalls eingesetzt werden, um die Larven der Obstmaden loszuwerden.

Befallene Früchte sogleich entfernen

Sämtliche Früchte, die Anzeichen eines Befalls durch Obstmaden aufweisen, müssen umgehend gepflückt bzw. vom Boden aufgelesen werden. Je nach Umfang des Schadens, sind die Früchte ungenießbar und müssen entsorgt werden. Vor allem abgefallenes Obst darf nicht lange auf der Erde liegen, weil ansonsten die Obstmaden wieder zum Baum kriechen und sich weiter breitmachen.

Der Wellpappe Fanggürtel

Erfahrene Hobbygärtner haben eine listige Falle entwickelt, die ab Ende Juni eingesetzt werden kann. Die Stämme der Obstbäume werden zu diesem Zeitpunkt mit Streifen aus Wellpappe eingewickelt, die etwa 20 cm breit sind. Die Larven kriechen in die Pappe, statt in die Rinde, um dort zu überwintern und können mitsamt diesem Fanggürtel entsorgt werden. Dabei sollten eventuell vorhandene Stützpfähle der Bäume ebenfalls mit Wellpappe umwickelt werden.

Verwirrmethode

Diese Strategie der Bekämpfung der Obstschädlinge nutzt deren Paarungsverhalten. Die weiblichen Falter senden spezielle Duftstoffe aus, Pheromone genannt, um die Männchen anzulocken. In der Obstwiese werden nun verstärkt diese Duftstoffe verbreitet, sodass die männlichen Apfelwickler so verwirrt sind, dass sie die Weibchen nicht mehr finden können. Entweder werden die Pheromone in Ampullen an den Bäumen befestigt oder im Bereich der Obstbäume versprüht. Die beste Zeit, die Duftstoffe auszubringen, wird nach der Temperatursummenmethode ermittelt und vom Amtlichen Dienst bekannt gegeben. Dabei werden bestimmte Temperaturwerte zusammengerechnet, um eine Prognose über die Entwicklung der Schädlinge zu erhalten. Eine entscheidende Prämisse für den erfolgreichen Einsatz der Verwirrmethode ist, dass alle benachbarten Hobbygärtner diese gemeinsam einsetzen, um die Apfelwickler zu bekämpfen.

Lockstofffalle

Bei dieser ökologischen Taktik werden ebenfalls Pheromone eingesetzt. Sie ist allerdings nicht zu verwechseln mit der Verwirrmethode, denn die Lockstofffalle fängt die männlichen Apfelwickler wirklich ein. Dabei werden Pappschachteln mit Pheromonen und Klebstoff versehen. Die Männchen werden angelockt und bleiben in der Falle kleben. Auf diese Weise wird die Zahl der befruchteten Weibchen deutlich reduziert. Die Verwirrmethode und die Lockstofffalle können die Population der Obstschädlinge zwar nicht restlos beseitigen, tragen aber wesentlich dazu bei, dass der Einsatz chemischer Mittel reduziert werden kann.

Fressfeinde fördern

Schlupfwespe gegen Apfelwickler einsetzenSie zählt wohl zu den natürlichsten Methoden, die Obstmaden loszuwerden. Wer die Fressfeinde der Apfelwickler und deren Larven kennt und seinen Garten für sie einladend gestaltet, hat beste Chancen auf eine reiche, saubere Obsternte. Ohrwürmer, auch scherzhaft Ohrenkneifer genannt, vertilgen die Obstmaden besonders gern. Daher sind sie häufig in den von den Larven gebohrten Gängen im Fruchtfleisch zu finden. Diese nützlichen Insekten rücken in der Dämmerung aus, um sich auf die Jagd zu machen nach Obstmaden, Blattläusen und anderen Schädlingen. Tagsüber halten sie sich vorzugsweise in hohlen Ästen und Baumstümpfen sowie unter Steinen auf. Zu den wichtigsten natürlichen Gegenspielern der Obstmaden zählen die Schlupfwespen, die mittlerweile für die biologische Schädlingsbekämpfung sogar gezüchtet werden. In Fachhandel und Gartencentern werden Schlupfwespen zum Kauf angeboten. Für Vögel stellen die Larven der Apfelwickler ebenfalls eine willkommene Nahrungsquelle dar. Wer seinen Garten für die gefiederten Freunde einladend gestaltet, lädt sie zum Verweilen ein. Hier gehört beispielsweise das Aufhängen von Vogelhäusern, die Anpflanzung dichter, frei wachsender Hecken, in denen sie nisten können.

Baculoviren

Um die gefräßigen Obstmaden loszuwerden, haben sich die Baculoviren als biologische Maßnahme bewährt. Diese sehr großen DNA-Viren infizieren ausschließlich Insekten und deren Larven. Bereits in den 1940er Jahren kamen sie auf Getreidefeldern zum Einsatz, um dort als biologisches Insektizid Schädlinge zu bekämpfen. Zu den insgesamt 600 Wirten, die diese Viren befallen und töten, gehören auch die Obstmaden. Allerdings berichten Experten davon, dass sie Apfelwickler entdeckt haben, denen die Baculoviren nichts anhaben können.

Raupenleimringe

Sobald die Temperaturen die 10° Marke übersteigen, beginnen die verpuppten Larven der Obstmaden, aus ihrem Winterquartier in der Borke der Obstbäume herauszukriechen. Stoßen sie dabei auf Raupenleimringe, mit denen der Stamm umwickelt ist, wird ihnen der Weg zu den Blättern und Früchten versperrt. Die Raupenleimringe sind in der Regel als Meterware im Fachhandel erhältlich und können sogleich genutzt werden. Die Ringe müssen dabei eng und überlappend angebracht werden, damit die Obstmaden nicht doch noch hindurchkriechen können. Erfahrene Hobbygärtner wählen Raupenleimringe in dunkel-grüner Farbe, damit diese nicht auch nützliche Insekten anziehen. Da diese Ringe keine chemischen Zusätze enthalten, könnten sie im Prinzip auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Trotzdem sollten sie nach dem Entfernen verbrannt werden, denn es besteht die Möglichkeit, dass Apfelwickler-Weibchen auch hier ihre Eier abgelegt haben.

Natürliche Spitzmittel

Schon lange, bevor es die chemische Industrie gab, wussten erfahrene Gärtner, dass in der Natur im Prinzip gegen jeden Schädling ein Kraut gewachsen ist. Dabei kommt es auf die richtige Rezeptur an, damit das natürliche Mittel auch wirkt. Um sich die Apfelwickler vom Hals zu schaffen, hat sich die Wermutjauche bewährt. Im Gegensatz zu einer Brühe, muss eine Jauche über eine bestimmte Zeit gären, meist zwei Wochen. Dafür werden die zerkleinerten Kräuter zusammen mit der entsprechenden Menge Wasser in einen Kunststoffbehälter gefüllt und an einem sonnigen Platz im Garten positioniert. Nach folgendem Rezept wird die Wermutjauche hergestellt: •300 Gramm frische Wermutblätter

•alternativ 30 Gramm getrocknete Blätter

•10 Liter Regenwasser oder abgestandenes Wasser

Die klein geschnittenen Wermutblätter werden mit dem Wasser vermischt. Während der Gärung von etwa 10 bis 14 Tagen wird die Mischung immer wieder einmal umgerührt. Gegen den strengen Geruch, den die Jauche entwickelt, hilft die Beimischung von etwas Steinmehl. Nach der Gärung wird die Jauche durch ein Sieb gefiltert und im Frühsommer auf die Obstbäume gespritzt.

Nematoden

Nematoden gegen Obstmaden Als ein sehr effektives und biologisches Mittel haben sich Nematoden erwiesen. Diese winzigen Fadenwürmer sind bei einem gezielten Einsatz in der Lage 70 % bis 90 % der Obstmaden zu vernichten. Ab Ende September werden sie im Streichverfahren oder aus der Spritzflasche auf den befeuchteten Obstbaum aufgetragen. Überhaupt fördern feuchte Wetterbedingungen, wie Sprühregen oder Nebel, die Wirksamkeit dieser Bekämpfungsmaßnahme. Die Außentemperatur sollte während des Vorgangs und in den Stunden danach 8° Celsius nicht unterschreiten. Die Nematoden machen sich sogleich auf die Suche nach den Larven der Apfelwickler und töten diese ab.

Da die Apfelwickler zu den größten Obstschädlingen überhaupt zählen, haben sich entsprechend viele Fachleute und Gärtner mit Methoden zu deren Bekämpfung beschäftigt. Das Ergebnis ist eine Fülle von Vorgehensweisen, die allesamt auf biologischer Basis funktionieren. Von der gezielten Vorbeugung bereits während des Winters bis hin zu den verschiedensten Bekämpfungsmethoden im Verlauf des Frühjahrs und Sommers, erstreckt sich die ganze Bandbreite an Ratschlägen, Tipps und Hinweisen. Fraglos ist es mit mehr oder weniger zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden, die Obstmaden endgültig loszuwerden; allerdings ist zu bedenken, dass der Lohn aus einer reichen Ernte an gesunden, schmackhaften, frischen Früchten besteht."

Quellen "Mein schöner Garten", Wikipedia, Gartentipps.com.

Hinweis zur Bekämpfung des
Apfelwicklers (Cydia pomonella)

Der Apfelwickler gehört zu den wichtigsten Apfelschädlingen im Obstbau. In Hausgärten ist er mittlerweile fast überall zu finden.
Schadbild
Meist fällt der Befall erst dann auf, wenn es für eine Bekämpfung bereits zu spät ist. Die Äpfel weisen ein bis zwei große Fraßlöcher auf, aus denen Kotkrümel quellen. Im Inneren des Apfels ist eine kleinere weiße oder größere rötliche Larve zu finden.
Biologie
Der Apfelwicklerfalter ist unauffällig graubraun gefärbt und sitzt tagsüber mit zusammengefalteten Flügeln dicht an die Rinde der Bäume gepresst. Erst in der Dämmerung wird er aktiv. Der Flug ist in Niedersachsen in der Regel ab Anfang bis Mitte Mai zu beobachten, in frühen Jahren auch schon ab Ende April.
Nach dem Flugbeginn der Falter muss in der Regel trockenes Wetter herrschen mit Temperaturen von über 15 °C in der Dämmerung, damit die Weibchen mit der Eiablage beginnen. Ein Zusammenhang zwischen Falterflug und Eiablage ist
deshalb nur schwer herzustellen.
Die Eier werden einzeln an junge Früchte abgelegt, aber auch an Blätter und Triebe. Die Larven schlüpfen 7-16 Tage nach der Eiablage. Bevor sie sich in die Frucht einbohren, kriechen sie eine Zeit lang auf den Früchten umher. Vorher wird meist noch ein Stückchen der Oberhaut abgenagt und verzehrt. Der
Kot wird zuerst durch das Einbohrloch, später durch einen größeren, eigens dazu gebohrten, zweiten Gang nach draußen geschafft.
Die Raupe ist anfangs weiß, später rötlich und ist nach vier Wochen ausgewachsen. Sie verlässt die noch am Baum hängende oder bereits auf den Boden gefallene Frucht und sucht ein Versteck für die Überwinterung. Dies kann am Baum in Schuppen oder Ritzen der Borke, im Obstlager, seltener auch im Erdboden selbst liegen. Die Larve nagt sich eine flache Mulde und spinnt einen äußerst festen, weißen, dichten Kokon, der außen mit abgenagten Holzsplittern besetzt ist. Einigen Larven verpuppen sich erst im April bis Mai des folgenden Jahres. Der weitaus größere Teil der Larven verpuppt sich aber noch im selben Jahr und kann so eine zweite Generation bilden. Diese kann in warmen,
sonnenscheinreichen Sommern erheblich größeren Schaden anrichten als die erste Generation. In Südniedersachsen ist immer mit der Entwicklung dieser zweiten Generation zu rechnen, während dies in Nordniedersachsen nicht regelmäßig geschieht.

Bei allen Pflanzenschutzmaßnahmen ist die Gebrauchsanleitung zu beachten. Nachdruck nur mit Genehmigung des Pflanzenschutzamtes.
Was ist zu tun?
Im Haus- und Kleingarten können ab Juli Obstmadenfanggürtel eingesetzt werden, die entweder kommerziell erworben oder durch die Verwendung eines Stücks Wellpappe selbst hergestellt werden können. Die Wellpappenringe werden um den Baumstamm angebracht. Die Raupen suchen die Pappe als Versteck auf und können so einfach abgesammelt werden. Wichtig ist den
Wellpappering regelmäßig zu kontrollieren und die vorhandenen Raupen zu entfernen. Auf diese Weise ist zwar keine vollständige Bekämpfung des Apfelwicklers möglich, aber eine Reduktion des Befalls lässt sich erreichen. Häufig werden Leimringe zur Bekämpfung empfohlen. Da die ausgewachsenen Tiere über die Leimringe hinweg fliegen ist die Verwendung der Leimringe zur
Bekämpfung des Apfelwicklers nutzlos.
Des Weiteren können zur Verminderung des Befalls Pheromonfallen eingesetzt werden (z.B. Neudomon Apfelmadenfalle oder Compo Obstmadenfallen). Sie dienen einerseits zur Überwachung des Falterflugs und zur besseren Terminierung des Einsatzzeitpunktes von Insektiziden, andererseits werden durch die in der Falle vorhandenen Sexuallockstoffe gezielt die Männchen angelockt. Die Weibchen bleiben unbegattet und die Population wird auf diese Weise reduziert. Die Falle sollte ab Ende April in Windrichtung im Baum aufgehängt werden. Da die Pheromone nach einiger Zeit verflogen sind, muss die Pheromonkapsel in der Falle nach 6 Wochen ausgewechselt werden. Eine vollständige Bekämpfung ist mit den Pheromonfallen nicht möglich.
Ergänzend zu den Pheromonfallen können Spitzungen mit einem Granulosevirus-Präparat wie z.B.

Granupom Apfelmadenfrei (zur Wirkungsverbesserung mit einem Zusatz
von 5 g/l Zucker versehen) oder Madex3 (mit einem Zusatz von 5 g/l Zucker und 5 g/l Magermilchpulver) erfolgen. Für einen guten Bekämpfungserfolg müssen die Tiere den Wirkstoff durch Fraß aufnehmen. Dies ist nur in der kurzen Zeit vor dem Einbohren der Larven in die Früchte gegeben. Das Mittel sollte deshalb ab dem ersten Schlupf der Larven gleichmäßig auf den Früchten und Blättern verteilt werden. Mehrere Behandlungen in ca. 7 tägigen Abstand sind notwendig, da in Niedersachsen 2 bis 4 Wochen nach dem Falterflugbeginn mit dem Schlupf und den Einbohrungen der Larven zu rechnen ist, d.h. ab ca. 20. Mai bis ca. 20. Juni, wenn nicht durch visuelle Beobachtungen eine genauere Terminierung erfolgen kann. Da der Virus durch Sonneneinstrahlung inaktiviert wird, ist eine Behandlung am Abend anzuraten.

Eine Bekämpfung des Apfelwicklers im späteren Sommer ab August kann an den Früchten nicht mehr wirksam erfolgen. Hier kann nur noch über die Entfernung der befallenen Früchte und deren Entsorgung über die Biotonne, sowie das Abfangen der sich zur Verpuppung zurückziehenden Larven über einen Wellpappering versucht werden, die Apfelwicklerpopulation und damit den
Befallsdruck für das nächste Jahr zu reduzieren.
Eine weitere Reduktion der Apfelwicklerlarven ist nach der Ernte ab September auch durch das Ausbringen von Nematoden der Art Steinernema feltiae möglich, die die Apfelwicklerlarven parasitieren und abtöten (erhältlich z.B. als Nemapom). Die Nematoden brauchen Feuchtigkeit und Wasser um sich fortzubewegen und ihre Wirte zu finden, deswegen sie auf nasse und feuchte
Stämme und Äste ausgebracht. Die Temperaturen müssen nach der Ausbringung einige Tage über 8°C liegen. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte die Behandlung abends erfolgen, damit die Äste und Stämme nicht so schnell abtrocknen.

Quelle:
Pflanzenschutzamt Niedersachsen
Pflanzenschutz-Hotline: 0441 801-789 

Glasige und stippige Äpfel

Zeitweise finden Sie in äußerlich gesunden, erntereifen Äpfeln wässrige, durchscheinende Stellen im Fruchtfleisch. Diese sogenannte Glasigkeit wird nicht von Schadorganismen, sondern von einer Stoffwechselstörung verursacht. In Zwischenzellräumen hat sich Flüssigkeit angesammelt. Ursache ist ein besonders hoher, Wasser anziehender Zuckergehalt. Dieser entsteht z.B., wenn zu viele Blätter pro Frucht vorhanden sind oder wenn der Herbst außergewöhnlich sonnig ist.

Glasige Äpfel können Sie bedenkenlos essen. Im Lager bilden sich die Symptome manchmal etwas zurück, können aber auch in Fleischbräune übergehen.

Dann verlieren die Äpfel an Geschmack. Vorbeugen können Sie, indem Sie auf be­son­ders anfällige Sorten wie ‘Gloster’ und ‘Alkmene’ verzichten, die Früchte rechtzeitig ernten und durch fachgerechten Schnitt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Früchten und Blättern sorgen. Glasige Äpfel sollten Sie bei 10–15 °C bis zu zehn Tage zwischenlagern, bevor sie ins kühle Lager kommen. Früchte mit mehr als 30 % Glasigkeit lassen sich gar nicht lagern.
Quelle: Dorothea Baumjohann, Die Grüne Kamera

Braune Flecken im Fruchtfleisch von Äpfeln

Regelmäßig im Herbst erhalten wir Fragen, die alle dasselbe Problem beschreiben: "Meine geernteten Äpfel haben im Fruchtfleisch, vor allem unter der Schale, viele stecknadelkopfgroße braune Flecken. Nicht alle Äpfel sind betroffen, bei manchen ist es so schlimm, dass sie nicht mehr genießbar sind. Können diese Äpfel verzehrt werden? "

Es handelt sich hier um die klassische Beschreibung der Stippigkeit, also Symptome eines Kalziummangels. Dieser tritt wetterbedingt in manchen Jahren verstärkt auf. Als besonders anfällig für die Stippe gelten die Sorten Boskoop, Cox Orange, Goldparmäne, Gravensteiner und Jonagold, aber auch andere Sorten können betroffen sein.

Da die Symptome sich bei Lagerung verstärken, wird diese Erscheinung häufig erst längere Zeit nach der Ernte bemerkt, wenn die Früchte zum Verzehr aus dem Lagerraum geholt werden.

Stippige Äpfel können bedenkenlos verzehrt werden. Bei starker Stippigkeit wird jedoch das Fruchtfleisch im Geschmack bitter. Stippige Äpfel sollten daher nicht lange gelagert, sondern bald verwertet werden.

Man kann z.B. Apfelmus herstellen und dieses in Gläsern einkochen (sterilisieren) oder portionsweise einfrieren.

Ebenso fallen bei der Ernte von Äpfeln, Birnen und Quitten oft deformierte Früchte auf. Manchmal sind die Äpfel klein und kantig-verkrüppelt. Dies ist die Folge der Saugtätigkeit von Blattläusen an den jungen Früchten. Manchmal findet man aber auch normalgroße Früchte, die jedoch tiefe "Krater" aufweisen. Auch hier handelt es sich um Saugschäden, die in der Regel von Wanzen verursacht wurden. Die Früchte können bedenkenlos verzehrt werden.

Quelle: Landwirtschaftskammer NRW, Wochenblatt, Wikipedia

Befallene Äpfel weisen im Innern mit braunem, krümeligem Kot ausgefüllte Fraßgänge auf. 

 (JKI)

Der Falter des Apfelwicklers

pflanzenschutz.oekolandbau.de 

 (JKI)

Die Larve (Raupe, Made) des Apfelwicklers

 (J. Kratz)

BUND-Bestellkorb